Die Gespräche

Geschichten für die Menschenrechte #2

1992. Unangemeldet stehen zwei Studierende im Zimmer. Sie müssten etwas besprechen, es sei dringend, das Anliegen sei groß und wichtig, sagen Sie. Es gehe um die Flüchtlinge aus Bosnien, die sie ehrenamtlich betreuen. Sie wollen ihre Geschichten erzählen, aber wissen nicht, wem und wie. Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte beschäftige sich doch mit solchen Themen. Ob man nicht zumindest ihnen zuhören und einen Rat geben könne.

Zuhören wirkt
Die MitarbeiterInnen des BIM hörten zu: Jenen Bosnierinnen und Bosniern, die den Krieg, der ihr Land in den 1990er Jahren überzogen hatte, erlebt hatten und von den grausamen Taten, die im Namen „ethnischer Säuberungen” begangen worden waren, erstmals berichten konnten. Insgesamt wurden über 1.000 Gespräche geführt, 200 davon waren psychologische Tiefeninterviews. Ihre Auswertung und Analyse floss in den UN-Sonderbericht zum Jugoslawien-Protokoll ein. Ein Teil wurde vom Berichterstatter der UN-Sonderkommission zur Aufklärung der ethnischen Säuberungen in Bosnien verwendet.

Die ForscherInnen am BIM arbeiten weiterhin in der Region. Sie entwickeln und erarbeiten Projekte, die dazu beitragen, die Zivilgesellschaft aufzubauen und Demokratisierungsprozesse am gesamten Balkan zu unterstützen.

Fördern Sie daher das Projekt „Die Gespräche”
Ermöglichen Sie den MitarbeiterInnen des BIM, ihre Expertise konzentriert in den Aufbau der Zivilgesellschaft (Rechtsstaatlichkeit) in Bosnien-Herzegowina fließen zu lassen.

Mehr Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie von

Dr. Hannes Tretter
hannes.tretter@univie.ac.at