Termin: Sa, 1. Mai 2021, 10:05 bis 11:00 Uhr
https://oe1.orf.at/politischebildung


Stadt, Land, Flucht. Wie Europas Dörfer für neues Leben kämpfen.

Gestaltung: Brigitte Kramer

Europas Hinterland stirbt aus. Menschen ziehen weg, Felder verwildern, Häuser verfallen. Doch es gibt eine neue Dorfbewegung: Einheimische und Zugezogene kämpfen für das Landleben. Drei Geschichten aus Brandenburg, Spanien und Lappland.

Europa, der am dichtesten besiedelten Kontinent der Welt, hat ein massives Problem: Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, riesige Landstriche veröden, verlieren ihren Wert. In dünn besiedelte Regionen – im Fachjargon „Sparsely Populated Areas“ oder SPAs genannt – finden die Bewohner kaum noch Jobs, Krankenhäuser und Schulen schließen, oft gibt es nicht mal mehr eine Dorfkneipe. Bis vor ein paar Jahren hieß es noch: „Auf dem Land, da ist nicht mehr viel zu retten“. Heute ist die Tragweite des Problems erkannt: Zwischen der Vernachlässigung der Peripherie und dem Zuwachs rechtspopulistischer Parteien gibt es einen Zusammenhang. Wenn Europa die Demokratie retten will, muss es den ländlichen Raum aufwerten.

Doch mit Subventionen und Investitionen ist es nicht getan. Das Land braucht nicht nur Internet und Zugverbindungen, es braucht Menschen mit guten Ideen und neuen Werten. Menschen wie Victoria Tortosa und Hugo Nuñez, die mit ihrem Lieferdienst in der Provinz Soria in Zentralspanien mehr als 500 abgelegene Mini-Dörfer mit allem Lebenswichtigen versorgen. Oder Martin und Tine Luge, die in ihrer Wahlheimat Prädikow in Brandenburg Menschen miteinander verbinden, mit einer App und in einer offenen Gesprächsrunde. Oder die finnische Rentierzüchterin Reija Aaltonen: Sie kämpft in ihrem Dorf Savukoski gegen eine Phosphor-Mine, die den Naturreichtum Lapplands und damit ihre Lebensgrundlage zerstören könnte.

Im Rahmen der Sustainable Development Goals greift SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden das Thema auf.

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