Jede Minute gelangen rund 33.800 Plastikflaschen ins Mittelmeer, was einer Menge von 1,25 Millionen Plastikteilchen pro km² entspricht. Nach Schätzungen des WWF könnte sich die Konzentration von Mikroplastik bis 2050 vervierfachen. Diese Konzentration ist deutlich höher als im Atlantik oder Pazifik und hat schwerwiegende Folgen für die Artenvielfalt und die menschliche Gesundheit. Diese Zahlen erfordern rasches und wirksames Handeln, um Plastikmüll zu reduzieren.
Das Forschungsprojekt „Clean Mediterranean Sea! – CMS!“ und sein wichtigstes Ergebnis, eine Studie zur Plastikverschmutzung im Mittelmeer, sind das Ergebnis einer vierjährigen intensiven Forschungsarbeit von über 60 Mitwirkenden. Die in dieser Studie enthaltene Analyse spiegelt den Stand der rechtlichen und politischen Entwicklungen im Jahr 2023 wider.
Diese Studie war ein gewaltiges Gemeinschaftsprojekt, an dem verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Biologie, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft und – vor allem – Rechtswissenschaften beteiligt waren. Die Studie befasste sich eingehend mit den rechtlichen Rahmenbedingungen (auf nationaler, EU-weiter und internationaler Ebene) und deren Umsetzung in 14 Mittelmeerländern, um die Fortschritte, aber auch die Lücken beim Schutz eines der wichtigsten Ökosysteme vor dem Zusammenbruch durch Plastikmüll aufzuzeigen. Da die Studie aus zahlreichen Beiträgen verschiedener Wissenschaftler und Praktiker besteht, folgt sie in Stil und Analyse keiner einheitlichen Struktur. Im Rahmen der abschließenden redaktionellen Bearbeitung wurden einige Straffungen und Aktualisierungen vorgenommen, um die Kohärenz und Aktualität so weit wie möglich zu verbessern. Diese Studie wäre ohne die Leidenschaft und Ausdauer von Hannes Tretter, dem Gründer und Direktor des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte, nicht zustande gekommen. Er segelte viele Male durch das Mittelmeer und wurde im Laufe der Jahre Zeuge der Verschlechterung des Meereszustands. Mit finanzieller Unterstützung der Hermann-und-Marianne-Straniak-Stiftung koordinierten, trugen bei und realisierten er und sein Forschungsteam unter der Leitung von Clara Zimmermann dieses Forschungsprojekt gemeinsam mit Kollegen aus den 14 Partnerländern des Mittelmeerraums. Leider konnte er die Fertigstellung und Veröffentlichung der Studie nicht mehr miterleben.
Wir hoffen, dass diese Analyse für viele von Interesse ist, die sich ebenso leidenschaftlich für den Schutz des Mittelmeers und die Erhaltung natürlicher Lebensräume einsetzen, und dass sie von Entscheidungsträgern berücksichtigt wird, wenn diese Maßnahmen zum Schutz dieses unverzichtbaren, wunderschönen und einzigartigen Lebensraums ergreifen. Der Umweltschutz ist wichtiger denn je, und diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse, die dazu beitragen können, die dringend notwendigen Fortschritte bei der Erhaltung unserer Ozeane zu erzielen.
Dieses Endergebnis wäre ohne das Redaktionsteam um Helene Keclik und Shila Shorny nicht möglich gewesen, die viele Stunden damit verbracht haben, den Text zu überprüfen, Quellenangaben hinzuzufügen und dieser Studie ihre jetzige, ausgefeilte Form zu verleihen. Vielen Dank an euch beide! Nicht zuletzt möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen in Österreich und im Ausland danken, die diese Arbeit ermöglicht haben, sowie der Straniak-Stiftung für ihre Unterstützung des CMS!-Projekts und der gesamten Arbeit des Forums.
Karin Lukas
Wissenschaftliche Direktorin, Wiener Forum für Demokratie und Menschenrechte,
Februar 2026

