Das komplexe Thema Sexarbeit im Spannungsfeld zwischen Erwerbsarbeit, schwierigen Arbeitsbedingungen und moderner Sklaverei, Stigmatisierung und Mehrfachdiskriminierung, macht eine umfassende menschenrechtliche Analyse der Auswirkungen der gesetzlichen Lage auf die Lebensrealitäten von Sexarbeiter:innen notwendig. Rezent gibt es wenige aktuelle Studien, die sich mit den Lebensbedingungen von Sexarbeiter:innen befassen. Im Zuge dieser Untersuchung werden bestehende Forschungslücken adressiert, etwa wirtschaftliche und technologische Veränderungen, sowie die betroffenen Gruppen durch einen intersektionalen Ansatz in die Forschungsarbeit einbezogen.

Folgende Forschungsfragen werden untersucht:

  • Wie ist Prostitution/Sexarbeit gesetzlich/ politisch reguliert (aktuell und historisch)?
  • Welche Politik- bzw. Rechtsinstrumente werden zur Regulierung herangezogen?
  • Zeitigen die getroffenen Maßnahmen vor dem Hintergrund der formulierten politischen, rechtlichen Ziele die gewünschten Effekte?
  • Welche nicht-intendierten und/ oder unerwünschten Ergebnisse waren die Folge?
  • Wie gestalten sich die unterschiedlichen Rechtslagen zu Sexarbeit in den neun österreichischen Bundesländern?
  • Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um die Menschenrechte von Personen in der Sexarbeit in Österreich effektiv umzusetzen?

Durch den intersektionalen Ansatz sowie die Verknüpfung juristischer Analyse, empirischer Sozialforschung und partizipativer Zusammenarbeit mit Betroffenen soll dieses Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer menschenrechtsbasierten und diskriminierungsfreien Politik- und Rechtsgestaltung leisten.